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Mittwoch, 26. November 2014

Veränderungen an der "Lizpoir" ab 2015

Liebe Leser,
seit  2012 sind wir nun mit der "Lizpoir" unserem  Corsair F27 unterwegs. Mit diesem Boot sind wir noch immer sehr zufrieden. Allerdings kommt das Segeln seit wir zu dritt unterwegs sind etwas zu kurz - unsere Tochter Liz erblickte im Oktober 2011 das Licht der Welt- sie gab uns den Anlass zum Umstieg vom Corsair F24 zum Corsair F27.
2012 ließen wir den Mast komplett zu Hause und machten einen Binnentörn unter Motor. Vom Schwielochsee, unserem Heimatrevier ging es über die Oder bis Hohensaaten und über Schiffshebewerk  und Berlin zurück. Wer uns kennt weiß, dass unser Boot über einen Elektroantrieb verfügt und damit ist die Motorfahrt angenehm leise, geruchlos und entspannt.
2013 ging es dann wieder mit Mast zur Ostsee - es sollte gesegelt werden. Der Törn begann im Saaler-Bodden und endete in Warnemünde wo wir beim International-Multihull-Meeting (IMM2013) dabei waren. Eigentlich wollten wir nach Schweden wie Jahre zuvor, doch es hatte sich heraus gestellt das sich durch unsere Tochter nicht nur unser Leben im Alltag, sondern auch unsere Art zu segeln verändert hat. Es beginnt bereits mit dem Maststellen, waren wir zuvor ein eingespieltes Team welches unsere "lespoir-tri" (Corsair F24) in 1,5h Segelklar hatte war das nun meine Aufgabe ganz allein und nicht nur das, auch beim Segeln bin ich auf mich allein gestellt, wir können Liz ja nicht einfach unbeaufsichtigt lassen. Hinzu kam, dass allein der Mast deutlich schwerer zu handhaben ist als beim kleinen F24. Auch das Setzen des Großsegels muss nun über die Winsch erfolgen, beim F24 hatte ich das Groß in wenigen Sekunden oben. Auch unsere Mentalität hat sich verändert, während wir z.B. 2010 noch nach Helsinki und zurück in weniger als 4 Wochen "gejagt" sind warten wir jetzt auf schönes Wetter mit nicht zu viel Wind und dieser am besten auch nicht von vorn.
2014 sollte mehr gesegelt werden. Wir sind an die Adria gefahren, haben die "Lizpoir" Segelklar gemacht und sind fast ausschließlich mit Motor gefahren. Mal war der Wind zu schwach, dann kam er von vorn, dann war es zu warm das Groß zu setzen...

Wenn ich nun ein Resümee ziehe muss ich sagen es ist höchste Zeit etwas zu verändern. Diejenigen die meine Homepage seit Jahren verfolgen wissen dass es bei uns eine stetige Weiterentwicklung gibt.

Für 2015 haben wir folgendes vor:

- Verdoppelung der Akkukapazität um die Reichweite unter E- Motor zu verdoppeln.

- Erweiterung der bestehenden Solaranlage um 170 Wp, damit haben wir eine Gesamtleistung von 430 Wp. Dies vergrößert unsere Reichweite noch einmal und durch den nächsten Punkt gibt es auch keine Abschattungen durch Segel mehr:

- Montage eines WingCommander RC statt der klassischen Besegelung.
Dazu möchte ich meine Eindrücke und Gedanken wiedergeben.

Der WingCommander RC ist stark vereinfacht ausgedrückt ein elektrischer
Windenstand auf dem sich ca. 150m Dyneema Seil  befindet. Daran wird ein Kiteschirm befestigt, ähnlich wie ihn die meisten von den Kite-Surfern kennen, welche bei Winden jenseits der 4 Beaufort über das Wasser jagen. Gelenkt wird das ganze per Fernbedienung mit einem Joystick. Nachdem der Drachen erst einmal vom Wasser aus gestartet ist kann man die Fernbedienung zur Seite legen, denn von nun an übernimmt die Steuerung des Schirmes eine Autopilot. Man muss sich nur noch um das Lenken des Bootes kümmern. Gesegelt oder gekitet können alle Kurse werden welche auch mit der klassischen Besegelung möglich waren. Wenn man ordentlich Schub haben möchte lässt man den Drachen achten fliegen, das erhöht den Schub um ein vielfaches - man spürt es an Bord an der starken Beschleunigung. Dies zum Prinzip. Nun zu den für uns wichtigen Vorteilen:
Das System bleibt fest an Bord montiert, es ist also kein Maststellen mehr erforderlich, nur den Kite aus dem Rucksack nehmen, aufblasen und los geht es. Wir können damit sogar an einem windigen Tag auf unserem Schwielochsee segeln. Da der Drachen in über 100m Höhe fliegt bekommt er viel mehr Wind ab als ein Segeltuch welches an einem Mast hängt, die Windabdeckung durch Bäume und anderen Hindernissen spielt dadurch keine Rolle mehr. Der Wind ist in dieser Höhe auch deutlich stabiler. Der Segeldruckpunkt am Boot wandert extrem nach unten, das Boot segelt immer aufrecht und damit ist die Kentergefahr deutlich geringer. Und was ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt ist, die Anlage ist deutlich leichter als unsere bisherige Takelage. Hinzu kommt das unser Boot entlastet wird, da der Schirm immer einen Zug nach oben ausübt. Dies sind die wichtigsten Punkte die uns zur Umstellung auf dieses neue System bewegt haben. Natürlich gibt es auch einen Nachteil: der Kite benötigt einen gewissen Wind um zu starten, bei Flaute von Hauch zu Hauch segeln ist nicht möglich. Aber dafür haben wir ja unseren RiPower-Elektroaussenborder.

Wir haben einen Prototypen des Systems im November 2014 testen können. Trotz des wenigen Windes an diesem Tag war ich von der Leistungsfähigkeit begeistert. Bei 4-6 Knoten Wind erreichten wir eine Spitzengeschwindig-“kite“ von 8,5 Knoten. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 6 Knoten. Besonders beeindruckt hat mich das Segeln vor dem Wind, wo wir es doch gewohnt sind vor dem Wind zu dümpeln und mit flappenden Segeln zu kämpfen zog der Drachen am Himmel seine Achten und das Wasser rauschte unter uns vorbei - einfach Toll!
 
 Davon gibt es auch ein Video.

Wir sind gespannt auf die kommende Segelsaison und freuen uns darauf von unseren Erfahrungen zu berichten. Ich denke schon dass so die Zukunft des Segelns aussehen kann, zumindest für Leute die nicht unbedingt Klassisch segeln wollen/müssen.
Berichte über die erwähnten Törns finden Sie auf meiner privaten Segelhomepage: www.lespoir-tri.wg.am
Infos über das Kite-Boot-System finden Sie bei der Firma Wingit unter: www.kite-boat-systems.com
Interessantes über die Verbesserungen an der Lizpoir finden Sie unter www.ripower.de

Sven Richter

Fotos: Marko Kubitz und Sven Richter

Montag, 30. Juli 2012

Palstek und Video der lizpoir

In der kommenden Ausgabe der Zeitschrift Palstek wird ein Artikel über Beibootmotoren erscheinen, hier wurden neben Verbrennungsmotoren und Elektroaussenborder auch meine RiPower E-Motoren berücksichtigt. Die Zeitung erscheint ende August.

Im folgenden Video stelle ich die lizpoir genauer vor:



Sven Richter

Montag, 26. September 2011

Neuigkeiten im September

Seit meinem letzten Eintrag im digitalen Logbuch ist viel passiert. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Die Zahl der Händler für meine elektrischen Antriebe nimmt ständig zu, aus diesem Grund habe ich in meinem Impressum eine Liste der Händler eingetragen.

Projekt Spreewald: Ich habe am 30.8. 2011 einen umgerüsteten 6PS Aussenbordmotor (e-power 1.8) an einem 9,5 m Spreewaldkahn erfolgreich vorgeführt und bewiesen, dass meine Motoren im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten für die Verwendung im Spreewald geeignet sind. Der nächste Schritt wird der Bau eines Aussenborders und eines Lithium-Akkus sein, damit ab der Saison 2012 ein Kahn mit einem Elektroantrieb "Made by Sven Richter" im Spreewald unterwegs ist. Ich denke wenn ein Kahn ständig mit E-Motor unterwegs ist und beweist das er sich im harten Alltag bewährt, steigt das Interesse und das Misstrauen gegenüber des E-Antriebes der Leute im Spreewald sinkt. Ein Motor im Dauereinsatz liefert zudem bessere Erkenntnisse über die Alltagstauglichkeit als es eine Testreihe liefern kann.

In meinem letzten Logbucheintrag hatte ich bereits angekündigt dass wir uns dazu entschlossen haben unsere l'espoir tri zu verkaufen. Das Boot ist Verkaufsbereit und Kleinanzeigen wurden geschalten. Ich habe einige Einbauten wieder entfernt und es damit für einen größeren Käuferkreis Attraktiv zu machen. Selbst der E-Antrieb wurde gegen einen 4PS Verbrennungsmotor getauscht.

Der Nachfolger der l'espoir-tri ein Corsair F27 steht bereits in meiner Halle und wird im kommenden Winter unseren Bedürfnissen angepasst. Ich fange also noch einmal von vorn an, das Boot wird komplett saniert ähnlich wie ich es schon beim Umbau meines Corsair F24 getan habe. Ich setze auf bewährte Komponenten und versuche diese noch einmal zu verbessern. Der Antrieb erfolgt natürlich wieder elektrisch, ich werde einen Spezialmotor für den Aussenborderschacht des F27 entwickeln.
Der Umbau kann natürlich wieder auf meiner Homepage unter Referenzen nachvollzogen werden.



Da Katja nun schon seit ein paar Wochen nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen muss, hat sie fleißig ältere Fotos gescannt und digitalisiert, somit konnte ich endlich die noch fehlenden Fotos in meinen Törnbericht von 2003 einfügen.
Der Törnbericht von 2011 und das Törnvideo von 2011sind ebenfalls online und können unter Törnberichte abgerufen werden.

Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen

Sven Richter

Montag, 4. Mai 2009

01.05.2009-03.05.2009

Nach den ersten 3 Tagen mit der l’espoir tri kann ich nur sagen, das Boot ist hervorragend. Es war kein Fehler ein neues Boot zu kaufen und über den Winter so viel Zeit und Geld zu Investieren.
Ich war ja manchmal selbst skeptisch ob der Tri mit dem zusätzlichen Gewicht noch vernünftig segelt, zum Schluss war ich mir nicht einmal mehr sicher, ob das Boot überhaupt gerade schwimmt, nicht das es vorn wo die Batterien sind mehr Tiefgang als hinten hat.


Nach dem Slippen war ich erleichtert, es schwimmt gleichmäßig und alle Borddurchlässe sind dicht.

Dann die Fahrt von der Slipanlage zum ersten Ankerplatz zusammengefaltet und mit liegendem Mast. Der Torqeedo Travel beschleunigte das Boot auf 4,2 Kn.(Odin 3,2 Kn) Mehr geht mit dem Travel nicht!
Dann haben wir das Boot ausgeklappt, Mast, Sprayhood und Bimini gestellt. Zum ersten Mal auf dem Wasser, auch das ging Problemlos.
Danach haben wir unsere ersten Gäste (meine Eltern und den Hund) an Bord genommen. So beladen ging es raus auf den großen Schwielochsee wo zum ersten Mal die Segel gesetzt wurden. Wir segelten bei Windstärke 2 hart am Wind zwischen 5,5 und 6,9 Kn.
Am nächsten Tag war nur noch Wind der Stärke 1. Auch bei diesem Wind waren Spitzengeschwindigkeiten von 5 Kn drin. Wir haben alles was Segel hatte überholt. Die meisten Boote sind fast stehend herum gedümpelt.

Den Spi haben wir dann auch noch ausprobiert. Aber bei Flaute. Für uns war wichtig heraus zu bekommen wie er gesetzt wird und wie er steht. Durch die enorme Bootsbreite steht er auch bei wenig Wind sicher.

Am letzten Tag war der See Spiegelglatt, wir haben trotzdem unter Segel 1,5 Kn erreicht. Keine Ahnung wo das Boot den Antrieb her genommen hat.
Das wurde dann zu langweilig und wir sind mit Motor in die Spree. Auch hier waren wir beeindruckt, wenn das Boot die Geschwindigkeit erreicht hat, die mit der Motordrehzahl erreicht werden kann, sinkt der Energieverbrauch rapide ab. So haben wir z.B. bei 3,2 Kn einen Stromverbrauch von nur 7,5 A gehabt. (Odin 24 A).
In der langsamsten Stufe die vom Stromverbrauch von den Solarzellen abgedeckt wird, fährt der Tri 1,5 Kn. (Odin 09 Kn).
Alles in allem ein beeindruckendes Boot welches jeden Cent und jede Arbeitsstunde wert ist. Der Innenraum ist für 2 Personen ausreichend geräumig, hell und praktisch.

Es ist für uns einfach perfekt.

Sven Richter