Montag, 1. Juni 2009

29.05.-01.06.2009

Dieses Wochenende auf dem Schwielochsee war von schlechtem Wetter geprägt.
Der Anker hat sich in Gewitterböen mit Hagelschauer 2-mal losgerissen. Wir trieben mit beachtlicher Geschwindigkeit und slippendem Anker auf das Land zu. Die Boote an den Stegen waren Plötzlich zum greifen nah. Der Sturm kam so plötzlich das wir nicht einmal Zeit hatten uns Schuhe oder eine Jacke anzuziehen. Bei einer Windgeschwindigkeit von 35 Knoten sind wir dann mit Motor nicht mehr merklich gegen den Wind angekommen. Wir konnten nur noch ausreichend Abstand zum Ufer halten. Katja bediente die Pinne, während ich die 50m Ankerleine einholte. Der Anker surfte förmlich auf den Wellen. Die Wellen auf dem kleinen Schwielochsee hatten brechende Kämme. So etwas haben wir hier noch nie erlebt. Durch die Nähe zum gefährlichen Ufer war es beängstigender als auf der Ostsee bei ausreichend freiem Raum nach Lee.
Eine Hagel-Böe mit über 40 Knoten erwischte mich, als ich über den großen Schwielochsee mit 9 Knoten segelte. Der Wind hatte um die 15 Knoten. Auf einmal ging es los der Wind setzte so heftig und mit einem Ruck ein, ich dachte dass es den Mast umlegt. Der Backbordschwimmer war sofort unter Wasser, und eine große grüne Welle schwappte ins Cockpit. Es ging alles rasend schnell, ich wollte nur schnell die Großschot lösen, aber durch die enorme Belastung schaffte ich es nicht gleich. Mir ging nur noch eins durch den Kopf: jetzt kentere ich!
Und das auf einem Binnensee. Die Schräglage war enorm, ich saß mitten in grünem Wasser. Ein letzter Ruck an der Großschot, und das Segel öffnete sich. Der Tri richtete sich mit einem Ruck wieder auf.
Ich saß noch immer wie gelähmt da. Für heute reichte es mir. Das ganze hatte vielleicht höchstens 20 s gedauert, aber es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Ich zitterte am ganzen Leib. Ich segelte zurück auf den kleinen Schwielochsee um zu Ankern.
Aber auch dort war nicht lange Ruhe. Ein paar Stunden Später kam die nächste Gewitterfront mit Windgeschwindigkeiten von 35 Knoten.
Der Anker riss sich los. Und der Kampf mit Motor gegen den Sturm begann von neuem. Als sich der Wind wieder gelegt hatte sahen wir wie 2 Segler ihr zerfetztes Vorsegel bargen.
Ansonsten gab es keine Nennenswerten Vorkommnisse.
Der neue Motor hat 2-mal das Boot gerettet. Ich kann noch nichts bemängeln. Bei 20 Knoten Wind von vorn, schiebt er das Boot noch mit über 4 Knoten.


Das Boot, einfach ein Wahnsinn, wenn ich auch fast gekentert wäre, einen Mono möchte ich nicht wieder.

Und die Moral von der Geschicht, Segler unterschätz das Binnenrevier nicht.

Sven Richter

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